TRADITIONS­GEMEINSCHAFT JABOG 32
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Abzeichen der Geoinformations Beratungsstelle

Die Geoinformations Beratungsstelle des JaboG 32 beriet die Führung sowie das fliegende Personal des Verbandes über die für den Einsatz und Übungsflugbetrieb zu erwartenden flugmeteorologischen, aber auch geophysikalischen Verhältnisse.

Der GeoInformations Beratungsdienst als Fachdienst der Bundeswehr ist bei allen Teilstreitkräften integriert und beratend tätig. Überwiegend werden flugmeteorologische Faktoren diagnostiziert und vorhergesagt. Aber auch sonstige geophysikalische Probleme aus den Gebieten Geologie, Ozeanographie, Radiogeophysik, Optronik sowie Wehrbiologie (Vogelschlag) werden begutachtet. Dieser Dienst wird fachlich gesteuert durch das Amt für GeoInformationswesen in Euskirchen. Die GeoInformations Beratungszentrale in Traben- Trarbach erarbeitet mit dem Rechnersystem GEOVOR (Geophysikalischer Vorhersagerechner) Grundlagen und Vorhersagen für die geophysikalische Beratung der einzelnen Beratungsstellen der Teilstreitkräfte sowie für regionale Beratungszentralen. Mit dem Deutschen Wetterdienst besteht ein intensiver Datenaustausch sowie eine rege Zusammenarbeit, desgleichen mit den militärischenWetterdiensten der NATO-Partner, hier besonders mit dem der US Air Weather Agency.


Mitarbeiter der GeoInf BeratungsstelleIn Lechfeld wurden hauptsächlich Beratungen und Vorhersagen für den Flugwetterdienst erstellt. Durchgehend besetzte Wetterbeobachtungs- und Fernmeldeeinrichtungen sichern einen raschen und umfangreichen Zugriff aufWetterdaten. Über den Kommunikationssatelliten "HotBird" werden zentral erstellteWetterkarten und Rechnerprodukte übertragen, die dann von Meteorologen vor Ort, die von 04.00 Uhr bis Nachtflugende Dienst tun, mit den Workstations GEOBERT (Geophysikalischer Beratungsterminal) und ab April 2005 mit NinJO, dem graphisches Präsentationssystem des DWD, sowie dem Meteorologischer Assistenten METASSI zu einer örtlichen oder gebietsmäßigen Vorhersage weiterverarbeitet und für den Bedarfsträger auftragsbezogen interpretiert.

Der Wetterbeobachter erstellt in halbstündigem Abstand Meldungen der Wetterelemente

  • Wind,
  • Sicht,
  • Bewölkung,
  • Luftdruck,
  • Temperatur,
  • Feuchte,
  • besondere Wettererscheinungen

und steuert diese codiert in das weltweite Wetterfernmeldenetz ein. Die von der ganzen Nordhalbkugel eingehenden Wettermeldungen ermöglichen einen nahezu verzugslosen Überblick über die momentaneWetterlage. So kann die Situation und der Zustand der Atmosphäre gut erfasst werden. Neben denWetterkarten, welche die Bodenwetterlage beschreiben, werden auch Karten verschiedener Höhen, Radiosondenaufstiege mit Temperatur, Feuchte und Windangaben sowie computerberechnete Wettervorhersagen bearbeitet.Wetterradarbilder mit Angaben zur Blitzaktivität des europäischen Radarverbundes stehen alle 15 Minuten zur Verfügung.

Mitarbeiter der GeoInf BeratungsstelleEine Empfangsanlage für die Wettersatelliten METEOSAT und NOAA (National Oceanographic and Atmospheric Administration) liefert flächendeckende Bilder der Bewölkungsverhältnisse von oben, die auch als Film die halbstündige Wolkenentwicklung und -verlagerung eindrucksvoll aufzeigen können. Hinzu kommt noch KONRAD (Konvektives Radar-Informationssystem des DeutschenWetterdienstes), ein Sturmzellen-Verlagerungsverfahren des Meteorologischen Observatoriums Hohenpeißenberg des DWD mit speziellen dreidimensionalen Radarbilddarstellungen. Darüber hinaus können über Intranet Bw und das Internet vielfältige Informationen zusätzlich abgerufen werden. Spezielle Ausbildung sowie viel Erfahrung mit den lokalen Wetterbesonderheiten wie Föhn, Nebel, Wind etc. geben dem Meteorologen die weitere Grundlage für die Bearbeitung von täglichen Wetterlagevorträgen beim Verband sowie die speziellen Flugwettervorhersagen für jeden Flug, der vom Fliegerhorst Lechfeld aus startete. Präzise Angaben über

  • Flugsicht,
  • Bewölkungsunter- und -obergrenzen,
  • Windrichtung und Geschwindigkeit sowie
  • Temperatur,
  • Niederschlagsart und -intensität und
  • Gewitter,

die nach Raum und Zeit zu erstellen sind, gehörten - wie auch derWarndienst vorWettergefahren (Gewitter, Hagel, Schnee, Wind) - zur täglichen Routine. Auf dem Fliegerhorst Lechfeld war zuletzt das Waffensystem TORNADO ECR mit seinen speziellen Sensoren für Radargelenkte Waffen beheimatet. Die sensor-spezifische Wetterberatung zu den ECR-Flügen ist sehr zeitaufwendig und nur mit PC und spezieller Software möglich. Die Ausbreitung von Radarwellen sowie die von IR-Sensoren gewonnene Bildinformation werden in hohem Maße von diversen meteorologischen Parametern in unterschiedlicher Weise beeinflusst.

Mitarbeiter der GeoInf BeratungsstelleZur flugmeteorologischen Unterstützung des Verbandes, gehörte vom Juli 1995 bis Juli 2001 auch die Beratung beim Einsatzgeschwader 1 in Piacenza ( Italien ) durch einen Meteorologen. Besonders beim Einsatz während des Kosovo Konfliktes vom 24.03.-11.06.1999 bewährte sich die persönliche Wetterberatung vor Ort. Dies galt auch bei den Tiefflugübungen in Goose Bay. Die hierbei notwendigen Überführungsflüge mit mehrmaliger Luftbetankung waren eine besondere Beratungsherausforderung.

Nicht selten sind Vorhersagen für mehrere Stunden über wenige hundert Meter Sicht und Wolkenuntergrenzen gefordert, die für die Durchführbarkeit des Fluges entscheidend sind. Zwischen den Flugzeugführern und den Meteorologen besteht ein enges und reges Vertrauensverhältnis.Umfassende Informationen über die meteorologischen Gegebenheiten helfen mit, die Durchführung des Flugbetriebes des NATO-Einsatzverbandes zu sichern und dabei den Flugfaktor Wetter erfolgreich zu berücksichtigen. Ohne eine ausführliche und gezielte sowie persönlicheWetterberatung ist ein Flugbetrieb mit modernen Waffensystemen undenkbar. Dies wurde während des Kosovo-Konfliktes besonders eindrucksvoll gezeigt.