TRADITIONS­GEMEINSCHAFT JABOG 32
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Staffelpatch ab 1991Staffelwappen bis 1991Erstes Staffelwappen der 1./JaboG 32

 1./JaboG 32 - 321 Lechfeld Tigers Banner

Die Homepage der 321 Tigers / Panthers / Morgensterns: http://321tigers.de

Geschichtlicher Überblick

Die 1./32 bezog nach Indienststellung des Geschwaders am 22.07.1958 eine "Baracke" neben der damaligen Abstellplatte Bruno. Im Früjahr 1963 erfolgte ein Umzug zur Platte Leo. Dieser Fertigbau, der vermutlich noch aus der 1000-jährigen Geschichte des Platzes stammte, sollte bis zur Außerdienststellung die Heimat der Staffel bleiben. Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit im Inneren und in der Raumaufteilung mehrfach umgebaut, um den wechselnden Anforderungen zu genügen, insbesondere mußte permanent dem eindringenden Regenwasser getrotzt werden.

Staffelbaracke mit Anbau und Bunker

Die Nähe zur Abstellplatte Bruno war nicht unbeabsichtigt, da bis Juni 1961 die Wartung der F-84 in die Staffel integriert war. Von Bruno aus erfolgte damals normalerweise der Flugbetrieb mit den Flugzeugen der Staffel. Dieses Konzept entsprach dem der ehemaligen Luftwaffe: Staffelführung, Flugzeugführer, technisches Personal und Flugzeuge in einem "Liegeplatzbereich". Die F-84 der Staffel waren zeitweise durch einen weißen Nasenring gekennzeichnet, und die Ziffernkennung begann mit einer 1.

Mit Änderung zum Konzept der "zentralisierten Wartung" - spätestens nach Umstellung auf F-104 - fand der Flugbetrieb zuerst von Leo und dann entweder von Platte Toni oder Bruno, und nach Errichtung der "Flugzeug Schutzbauten", von den Shelter Schleifen "Otto" und "Lena" statt, Die Flugzeugführer wurden nun mit "Line Taxi" zu den Flugzeugen gebracht. Die F-104 waren jetzt im Zuständigkeitsbereich der Technischen Gruppe. Um jedoch weiter eine Zugehörigkeit zur 1. Staffel zu symbolisieren, begann bei der Hälfte der Flugzeuge während der Zeit der "DB" Kennung die Ziffernfolge mit einer 1, und die Flugzeuge trugen zeitweise einen roten Nasenring.

Eine größere Umstellung erfolgte im Jahre 1981 mit der Fertigstellung des "Schutzbaus  für Fliegende Staffeln" im Anschluß an das alte Staffelgebäude auf dem Volleyballplatz der Staffel. Bis zu diesem Zeitpunkt zog die Staffel im Alarmfall in einen nahe der Staffel gelegenen unterirdischen Mini-Bunker um (Objekt 40). Dort fanden äußerst beengt der Gefechtsstand und alle Staffelmitglieder Schutz. Im neuen Bunker fanden permanent der Gefechtsstand, die Einsatzvorbereitung, R&S (Rettungssysteme und Schleudersitz) und die Umkleide Spinde der Besatzungen Platz. Damit wurde nicht nur ein dringendes Problems des ausreichenden Schutzes der Staffelangehörigen im Falle eines Angriffs auf den Flugplatz gelöst. Dieses nun erweiterte Platzangebot im alten Staffelgebäude war auch dringend notwendig, da mit Umstellung auf Tornado zusätzlich zu den Piloten noch für die WSO´s Platz gefunden werden musste.

Der über die Jahre mehrfach wechselnde Einsatzauftrag und Einsatzflugzeuge beeinflussten auch Organisation und Aussehen des Gefechtsstandes und die Bereiche Einsatzvorbereitung.

Auch die immer stärker werdende Nutzung elektronischer Führungsmittel und Medien bewirkten Veränderungen in der Raumaufteilung.

Im Zeitraum von 01.05.1967 bis zum 01.10.1968 war die 1./32 als einzige fliegende Staffel des Geschwaders der NATO mit nuklearem Einsatzauftrag unterstellt.

Ab 1991 prägte der Einsatzauftrag "SEAD - suppression of enemy air defense" den Übungsflugbetrieg der in den ersten bewaffneten Nachkriegseinsatz der Bundesluftwaffe im zerfallenden Jugoslavien überging. Nach unzähligen Einsätzen und tausenden Flugstunden im Rahmen der UN Missionen UNPROFOR, IFOR und SFOR über dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, kam es im März 1999 zum ersten Kampfeinsatz der Luftwaffe nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Teil der Operation "Allied Force" mit der die NATO eine humanitäre Katastrophe im Kosovo abwendete, wurden die ECR Tornado von der ersten Nacht an zum Schutz der NATO Flugzeuge vor Boden-Luft Raketen (SAMs) eingesetzt.

Aufenthaltsraum und Staffelbar wurden immer mal wieder dem jeweiligen Staffelwappen angepasst. Nach dem Ende der "Morgensterne" prägte der "Tiger Look" das Aussehen der Staffel. Insbesondere dem plötzlich arbeitslosen Bildzug der Staffel (der Aufklärungsauftrag, "R" in ECR, wurde schon nach kurzer Zeit herausgenommen) ist es zu verdanken, dass der Staffelbereich perfekt ausgestattet wurde mit einer tollen Tiger Bar, einem Grillhäuschen und vielen anderen Dingen.

Am 26.10.2012 dann war alles zu Ende. Im Vorgriff auf die Außerdienststellung des Geschwaders zum 31.03.2013 wurde aus Geschwader internen organisatorischen Gründen die 1./JaboG32 vorzeitig außer Dienst gestellt.

Das Tiger Wappen der Staffel

Staffelpatch ab 1991 der 321 TigersIn Anlehnung an das Staffelwappen von 1958 bis 1961 mit dem Pantherkopf, entstand in Folge des Morgenstern Motivs, 1991 - nach Umrüstung auf das Waffensystem Tornado ECR - das letzte Staffelabzeichen der 1. Jagdbomberstaffel ECR. Hieraus leitet sich auch die Bezeichnung "Lechfeld Tigers" ab. Im Einzelnen haben die Anteile des Wappens eine besondere Bedeutung:

  • schwarzer Hintergrund für die Nacht,
  • roter Blitz für den elektronischen Kampf,
  • der Tiger als Symbol für Mut, Schnelligkeit und Entschlusskraft im Kampf,
  • "321" für 1. Staffel des Jagdbombergeschwader 32.

Tigerjet 2011 ECR 46+44 Metamorphose

Die Geschichte der NATO Tiger Assiciation und ihrer Tiger Meets reicht bis in das Jahr 1961 zurück, in dem sich je eine amerikanische, französische und britische Staffel trafen, um die Solidarität zwischen den NATO Luftstreitkräften zu fördern und um militärische Erfahrungen auszutauschen. Gemeinsamer Verbindungspunkt dieser Staffeln war einTigerkopf, oder Abbildung einer Raubkatze, im Staffelwappen. Diese "NATO Tiger-Association" wuchs mit der Zeit zu einer Vereinigung von 26 Staffeln an. Unter den Mitgliedern befindet sich auch eine Staffel aus der Schweiz, die als einziges Land außerhalb der NATO einen besonderen Beobachterstatus besitzt. 1994 wurden die Lechfelder "Tigers" zu einem NATO Tiger Meet nach Cambrai in Frankreich als Mitglied auf Probe eingeladen. Mit der zweiten Einladung nach Beja in Portugal erhielten die "Lechfeld Tigers" die Gelegenheit, die Fähigkeit des neuen Tornado ECR zu demonstrieren. Die bei verschiedenen Übungen gezeigten Leistungen überzeugten alle teilnehmenden Nationen. Die NATO Tiger-Association nahm daraufhin die "Lechfeld Tigers" als voll aktives Mitglied auf. Seitdem gehörte das in der Regel jährlich stattfindende NATO Tiger Meet zum Pflichtprogramm der 1. Staffel. Auch bei "Mini-Tiger-Meets", die im Gegensatz zu dem großen Tigermeet eine rein nichtfliegerische Veranstaltung darstellen, waren sie regelmäßig mit einer Delegation vertreten. Unbestrittener Höhepunkt in der Tiger Historie dieser Staffel war das Tigermeet 2004 beim AG 51 "Immelmann" in Schleswig, aus dem die Lechfeld Tigers den von allen begehrten Siegerpokal des Gesamtwettbewerbs NATO Tiger Meet erkämpfen konnten – den Silvertiger.

Der Silvertiger ist eine Trophäe in Form eines Tigers, die im Jahr 1977 von einer britischen Goldschmiede aus Sterlingsilber gefertigt und der Association gestiftet wurde. Sie wird dem aus diversen Competitions besten Teilnehmer des Tigermeets für ein Jahr überlassen. Um diesen zu erlangen gilt es, im Gesamtauftreten vor den anderen Mitgliedern zu überzeugen. Dazu gehört neben der Leistung in dem sehr wertvollen taktischen und fliegerischen Anteil auch die Präsentation als geschlossene Einheit des Gesamtkommandos und die Bemalung des Luftfahrzeugs mit einem besonderen Tigermotiv. 1998 war Lechfeld Austragungsort des NATO Tiger-Meet.

Tigermeet 2010: Videobeitrag der Luftwaffe

 

ECR 46+33 Tigerjet 2011